Erweiterung + energ. Sanierung eines Landhauses BJ. 1959-1965 Bauen im Aussenbereich/Landschaftsschutzgebiet

Der Eigentümer beabsichtigt, das im Familienbesitz vererbte Landhaus als Wochend- und Ferienhaus zu modernisieren, energetisch zu sanieren und in Teilen neu zu Wohnzwecken umzunutzen und auszubauen. Der als Gartenpavillion 1959/1960 zusammen mit dem Wohnhaus errichtete Freisitz mit Swimming Pool besitzt keine Baugenehmigung und muss nachträglich genehmigt werden. Das Objekt befindet sich im heutigen Aussenbereich und im Landschaftsschutzgebiet. Alle Baumaßnahmen müssen auf diese besondere Lage abgestimmt werden und unterliegen Einschränkungen aus dieser planungsrechtlichen Situation (Artenschutz, Gartengestaltung, Ausgleichsmaßnahmen für versiegelte Flächen etc.)

Entwurfskonzept: 

  • Grundstückszugang und Grundstückszufahrt werden auf der Grundlage der alten Planung modernisiert. Vier neue Stellplätze mit Ladesäule für E-Mobilität werden zusätzlich geschaffen.
  • im EG werden bisherige Nebenräume zu Wohnräumen umgenutzt, um ein neues und großzügigeres Bad planen zu können. Der im EG durch die Hauserweiterung von 1965 überbauten Aussenbereich wird als Wintergarten ausgebaut und bietet mit einer Panoramaverglasung einen schönen Ausblick auf das waldähnliche Grundstück.
  • im OG werden kleinere Wohnräume zusammengelegt und die Verkehsflächen optimiert. Das vorhandene, minimale Bad wird als barrierefreies Duschbad modernisiert. Der große Balkon wird saniert und mit einer Aussenküche mit separatem Rauchfang über Dach und einem zusätzlichen Lagerraum für Balkonmobiliar ausgebaut.
  • der Freisitz wird nach erfolgter, nachträglicher Genehmigung auf den beiden bisher offenen Seiten großflächig verglast und als geschützter Ruheraum für den Swimming Pool genutzt.

Aussenanlagen : die aus dem Baujahr 1960 stammende Pergola mit Lammellenzaun als Abgrenzung zum offenen Grundstück wird saniert oder in gleicher Form neu gebaut werden. Sie verbindet das Wohnhaus mit dem Freistz zu einem stimmigen Ensemble und wird in allen Details mit den behördlichen Anforderungen aus dem Landschaftsschutz abgestimmt.  Die Pflanzungen auf dem Grundstück zum Ausgleich der versiegelten Flächen erfolgen mit regionaltypischen Baumsorten, Gehölzen und Obstbäumen.

Energetisches Konzept: Bedingt durch den minimalen Dämmstandard der 60er Jahre und den hohen Wärmeverlusten ist eine umfassende energetische Sanierung erforderlich. Im EG wird eine komplett neue, gedämmte Fussbodenkonstruktion eingebaut werden. Die massiven Aussenwände des EG erhalten eine Perimeterdämmung und ein WDVS mindestens nach den Anforderungen des GEG. Im OG wird die sparsame Holzständerkonstruktion im Stil der Fertighäuser der 60er Jahre komplett neu aufgebaut und gedämmt als hinterlüftete Fassade montiert. Für die Dämmung des flachgeneigten Nagelbinderdaches wird die Decke über dem OG konstruktiv mit dem Dachstuhl ertüchtigt und ausgebaut und mit einer Zellulose-Einblasdämmung saniert.

Die bisher vorhandenen Nachtstromspeicherheizungen werden demontiert. Als neuer Wärmeerzeuger ist eine Wärmepumpe als Luft-Wasser-WP geplant oder als geothermische WP im Zusammenhang mit einem Grabenkollektor. Für die Wärmeübertragung kommt im EG eine Fussbodenheizung auf der neugebauten Fussbodenkonstruktion in Betracht. Für das OG sind nur Niedertemperatur-Heizkörper technisch möglich.

Objektdaten:

  • Wohnfläche/Nutzfläche vor Umbau    (KG/OG) : 244 m2
  • Wohnfläche/Nutzfläche nach Umbau (OG/DG) : 262 m2
  • Grundstücksgröße 11.300 m2

Beauftragte Planungsleistungen nach HOAI: Lph 1-2

Beauftragte Besondere Leistungen HOAI:

  • Bauaufnahme / Bauaufmaß + Anfertigung von Bestandszeichnungen

Planungsstand:

  • beauftragt 03/2022 
  • Bauvoranfrage 11/2022
  • aktueller Projektstand  : positiver Bauvorbescheid | Nachweis Bestandsstatik | Vorentwurf mit energetischem Konzept | Kostenschätzung