Alte Dorfschule Mutscheid, BJ. 1886, Denkmalschutz

Sanierung zum KfW-Effizienzhaus Denkmal

Umnutzung, energetische Vollsanierung und  Innenausbau der Alten Dorfschule zu Wohnzwecken

Aufgabe: Für den neuen Eigentümer der Alten Dorfschule soll ein Grundrisskonzept zur Umnutzung der beiden ehemaligen Lehrerwohnungen im EG/OG und der beiden Klassenräume im EG/OG entwickelt werden. Gewünscht ist eine variable Struktur, die sowohl eine Aufteilung in 2-3 abgeschlossene Wohneinheiten ermöglicht, als auch eine Zusammenlegung mehrerer Einheiten zu einer großen Wohnung für den Bauherren. Die energetische Sanierung des Bruchstein-Altbaus zum KfW-Effizienzhaus Denkmal ist geplant. Die bereits vorhandene Aussenwanddämmung des Lehrerhauses soll saniert und ertüchtigt werden; für das ehemalige Schulhaus ist eine Innendämmung geplant, die den Charakter der Bruchsteinfassaden auch aus denkmalpflegerischen Aspekten erhält. Die Rohbaukonstruktion aus Holzbalkendecken (Lehrerhaus) und teilweise Betondecken (Schulhaus) muß an die Anforderungen der Gebäudeklasse 3 (> 2 WE) für den Schallschutz und den Brandschutz angepasst werden.

Entwurfskonzept: Das Grundrisskonzept sieht den Einbau einer internen Treppe zwischen den Lehrerwohnungen EG/OG vor, die die Zusammenlegung beider Wohnungen zu einer Wohneinheit möglich macht. Ergänzend schafft der Entwurf eine Verbindung im OG zwischen der Lehrerwohung und dem ehemaligen Klassenraum durch einen separaten Übergang im Treppenhaus. Diese drei Grundrisseinheiten können zu einer Großwohnung von ca. 160m2 für den Bauherren kombiniert werden. Oder, nach räumlicher Trennung im Treppenhaus, zu einem kleineren „Townhouse“ für den Bauherren über 2 Etagen und einer separaten, vermietbaren Wohnung im Schulgebäude von ca. 60m2., die ihre Entsprechung in einer identischen Wohnung im EG des Schulgebäudes findet. Die Grundrissstuktur erlaubt vielfältige Kombinationsmöglichkeiten zur Anpassung an veränderte Lebensumstände.

Energetisches Konzept: Nach Abstimmung mit den Denkmalbehörden wird die vorhandene Aussendämmung des Lehrerhauses mit einer hinterlüfteten Boden-Deckel-Schalung erneuert und verstärkt. Das Schulgebäude erhält eine moderate mineralische Innendämmung, die die Temperatur der Bauteiloberflächen erhöht, den Wohnwert steigert und die Gefahr von Kondensat- und Schimmelbildung an kalten Bauteiloberflächen minimiert. Die Betonbodenplatte des Schulgebäudes (nicht unterkellert) wird mit einer oberseitigen Dämmung versehen, die auch eine Fussbodenheizung ermöglicht. Alle anderen Decken- und Fussbodenkonstruktionen werden, bezogen auf die Anforderungen der EnEV und der jeweiligen Einbausituation, maximal wärme- und schallgedämmt. Die Öl-Niedertemperaturheizung soll durch eine Gas-Brennwerttherme auf Flüssggasbasis ersetzt werden. Alle Wohnungen werden zusätzlich mit einem neuen Kaminanschluß für einen Scheitholzofen ausgestattet. Im gesamten Gebäude werden die Fenster nach denkmalpflegerischen Vorgaben auf Niedrigenergiestandard erneuert. Für die Sanierung ist die Inanspruchnahme des  Förderprogrammes KfW-Effizienhaus-Denkmal geplant.

Sanierungskonzept: Die Sanierung der Fassadenverschalung erfolgt in Absprache mit der Denkmalbehörde. Zum Sanierungskonzept gehört die detaillierte Bauaufnahme, die bei diesem Objekt das Öffnen mehrschichtiger Boden- und Deckenaufbauten bedeutet, um sie bauphysikalisch (Schall-, Wärme- und Brandschutz) möglichst effektiv nutzen und ausbauen zu können. Die Innendämmung wird durch eine hygrothermische 3D-Bauteilsimulation auf dauerhafte Schadensfreiheit untersucht und nachgewiesen werden.

Objektdaten:

  • Wohnfläche vor Umbau    (EG/OG/DG) ca. 145m2
  • Wohnfläche nach Umbau (EG/OG/DG) ca. 260m2
  • Grundstücksgröße 783m2

Beauftragte Planungsleistungen nach HOAI: Lph 1-8

Beauftragte Besondere Leistungen HOAI:

  • Bauaufnahme | Anfertigung von Bestandszeichnungen

Planungsstand:

  • beauftragt 02/2018
  • Bauaufnahme | Anfertigung von Bestandszeichnungen : realisiert
  • Vorentwurf | Entwurf mit Kostenschätzung : realisiert
  • aktuell: Bauantrag 03/2019